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Archiv für die Kategorie ‘ComedyDrama’

Dramedy mit Geist (und, äh, Werwolf und Vampir)

28. Januar 2010 8 Kommentare

Fantasy ist nicht mein Genre. Horror schon eher, aber eigentlich nur, solange Zombies eine Rolle spielen. Geister halte ich für Kinderkram, und wenn ich irgend etwas auf den Tod (haha!) nicht ausstehen kann, dann Vampire. Schon gar nicht die kastrierten, asexuellen Vampire, die momentan Bücher und Leinwände bevölkern. Kinderkram, aber von der unangenehmen, der „Narnia“-Sorte.

Andererseits war ich froh, für „Misfits“ eine Ausnahme von meiner Fantasy-Abstinenz gemacht zu haben, und von dort war es kein weiter Weg mehr zu „Being Human“. Und abermals bin ich angenehm überrascht worden: „Being Human“ war zu Recht so erfolgreich, daß die BBC gerade die zweite Staffel zeigt (BBC3, sonntags, 21 Uhr).

Annie, Mitchell und George sind drei Twentysomethings, die zusammen in einem Haus in Bristol wohnen. Mitchell ist Ire, Pfleger in einem Krankenhaus, trägt gerne schwarze Klamotten und hat wegen seines ungezwungenen Charmes gute Chancen bei den Frauen. Und er ist ein Vampir. Damit geht er allerdings weit souveräner um als George mit seinem Handicap: Er ist Werwolf, verdrängt das aber, so gut es geht — schon weil es so überhaupt nicht zu seinem ansonsten eher zurückhaltenden, intellektuellen Wesen paßt. Annie schließlich lebt am längsten im Haus, bzw.: sie „lebt“ dort, denn genaugenommen ist sie tot, ein Geist, der an das Haus gebunden ist. Die drei haben sich nach langer Suche zu Beginn der Serie gefunden, denn sie eint eines: Sie wollen ihre dunklen Seiten nicht die Oberhand gewinnen lassen, sie wollen menschlich, wollen Menschen sein: being human.

Wie bei „Misfits“ halte ich es der Serie zunächst einmal zugute, daß dieses lächerliche Setup überzeugend genug erzählt wird, daß man die meisten dummen Fragen (warum, wie, woher) erst gar nicht stellt. Sondern zunächst dem Charme der Darsteller erliegt, und dann sogar die unausweichliche Transformation Georges in einen Werwolf hinnimmt, weil nicht einmal sie die Atmosphäre ruiniert (bin das ich oder sind Verwandlungen von Menschen in, nun ja, Schäferhunde immer und per se albern?).

Mit dem Fortschreiten der Serie trägt dann die zweite Ebene immer mehr: Daß neben allen Fantasy-/Horror-Plots beständig die conditio humana diskutiert wird. Denn Georges dunkle Seite als Werwolf ist natürlich kaum etwas anderes als eine Ästhetisierung der Triebe, die dem Menschen innewohnen und die es zu unterdrücken gilt, soll es zu so etwas wie Kultur und Zivilisation kommen; ähnlich könnte man Mitchells Vampirtum als Bildlichmachung des Bösen, Asozialen sehen, das ebenfalls bekämpft werden muß, will man nicht zur dunklen Seite der Macht gehören. Annies Geisterdasein schließlich ist etwas eher Passives, nämlich neurotische Bindung, unaufgelöste Konflikte, in ihrem Falle konkret mit ihrem Verlobten, der immer noch der Hausbesitzer und Vermieter ist und hin und wieder mit seiner neuen Freundin auftaucht.

Konkret komische Momente sind in „Being Human“ (sechs Folgen á knapp unter 60 Minuten) seltener als etwa in „Misfits“; allerdings spürt man unter der ernsten Oberfläche eine deutlich humorvolle Erzählhaltung. „Being Human“ nimmt sich insgesamt nicht so ernst wie reine Drama-Serien (etwa das sensationell humorfreie „Survivors“, das ich auch gerade sehen durfte) — ich meine: da leben ein Vampir, ein Geist und ein Werwolf in einer WG — wie ernst kann das sein? Und doch funktionieren auch die Horror- und Drama-Elemente: Als Annie etwa herausfindet, was genau sie noch in dieser Welt hält, und ihre tief sitzende, unkontrollierbare Wut sie zu einem Poltergeist macht, der beginnt, die Wohnungseinrichtung zu demolieren, ist das durchaus spannend. So spannend sogar, daß ich gar nicht allzu viel verraten möchte.

Von Autor Toby Whitehouse stammt auch das Comedy-Drama „No Angels“; er selbst ist auch Stand Up-Comedian und war in einer kleinen Rolle in „Bridget Jones’s Diary“ zu sehen.

Neue Helden

14. Januar 2010 10 Kommentare

Der Serienansatz ist nicht neu: Gewöhnliche Menschen, die plötzlich die Fähigkeiten von Superhelden haben, das gab es schon in „Heroes“ und „The 4400“. Aber „Misfits“ (E4 2009), die britische Variante des Themas, ist besser, weil es typisch englisch ist: einen Ticken dreckiger — und zwei lustiger.
https://www.youtube.com/watch?v=dkL6AOFgmls&hl=de_DE&fs=1&

Sie sind die letzten, von denen man sich retten lassen würde, und sie haben auch nichts dergleichen vor: fünf straffällig gewordene Jugendliche reißen ihre Sozialstunden in einem pittoresk desolaten Industriestadtviertel herunter. Großmaul Nathan wird von seiner Mutter vor die Tür gesetzt und ist damit obdachlos, Supernerd und Brandstifter Simon hat den flackernden Blick eines jungen Klaus Kinski, Vorstadtschlampe Kelly gibt sich als die Billigversion von Katie Price (falls das überhaupt vorstellbar ist), Partygirl Alisha ist beim Autofahren unter Alkoholeinfluß erwischt worden, und der Schwarze Curtis hat sich eine hoffnungsvolle Sportlerkarriere durch Drogenhandel versaut. Nun müssen sie Parkbänke streichen und Senioren die Langeweile bei Kaffee und Kuchen vertreiben — und nach einem mysteriösen Gewitter, bei dem sie beinah von koffergroßen Hagelkörnern erschlagen werden, auch noch mit merkwürdigen Begabungen umzugehen lernen, die einer nach dem anderen an sich feststellt: Kelly kann Gedanken lesen (die meistens nicht sehr schmeichelhaft für sie sind — sogar ihr Hund schlabbert ihr erst das Gesicht ab und denkt dann: Wenn die wüßte, daß ich mir gerade die Eier geleckt habe…), Simon wird hin und wieder unsichtbar, ohne diese Gabe aber steuern zu können, und Curtis hat in besonderen Momenten Flashforwards (bzw. kann tatsächlich in der Zeit zurückreisen und die Gegenwart verändern). Ihr Problem: Nicht nur sie haben durch das Gewitter merkwürdige Befähigungen erhalten…

Spoilers ahead, darum hier mein Tip: Wer dieses düster-komische Jugenddrama im Stile von „Skins“ mit allen überraschenden Wendungen sehen möchte, sollte lieber bestellen statt weiterzulesen.

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Weihnachtsbilanz 2009

28. Dezember 2009 2 Kommentare

Gesehen:

  • „Benidorm“ (2007 — 09, ITV1)
    Die zweite Staffel ist tatsächlich schon um einiges lustiger als die erste; das Special geht ebenfalls klar, obwohl es einer Filmparodie bei weitem zu viel Raum gibt. Die dritte Staffel schafft etwas erstaunliches: Sie macht die Sitcom zum Comedy-Drama, verlängert jede Folge auf 45 Minuten, gibt den Figuren mehr Tiefe und mehr Handlung, schießt aber gleichzeitig in jeder Folge ca. zweimal mit irgendwelchen aberwitzigen Gag-Gimmicks über’s Ziel hinaus — und kriegt doch noch die Kurve. In der letzten Folge war einer der lustigsten Gags, die ich dieses Jahr gesehen habe. Wer auch immer mir hier in den Kommentaren empfohlen hat, nach der ersten Staffel dranzubleiben: Herzlichen Dank.
  • „The Armstrong And Miller Show“ (2007 — 09, BBC1)
    Moderne Sketch-Comedy mit einem double act, der überrascht, weil Alexander Armstrong und Ben Miller sich in ihrem trockenen Understatement sehr ähnlich sind. Dementsprechend gibt es keine klassische Rollenverteilung zwischen straight man und funny man, stattdessen setzen die beiden auf ihre schauspielerischen Talente. Wiederkehrende Figuren sind u.a. zwei Royal Air Force-Piloten während des Zweiten Weltkriegs, die sich im respektlosen Slang heutiger Teenager unterhalten, Steinzeitmenschen, die zum ersten mal modernen Themen wie Smalltalk, Kunst oder Vorstellungsgespräche begegnen, und der geschiedene Vater, der seinem Sohn (Tyger Drew-Honey, „Outnumbered“) in fürsorglichen Tonfall brutal ehrliche Antworten auf unschuldige Fragen wie „warum habt ihr euch scheiden lassen?“ gibt: „Um ehrlich zu sein: daran bist du schuld, mein Sohn…“

  • „Christmas at the Riviera“ (1997, ITV)
    Ein Weihnachtsfilm von den Autoren von „Worst Week of My Life“ Mark Bussell und Justin Sbresni mit prominentem Cast (Alexander Armstrong, Rasmus Hardiker, Katherine Parkinson, Reece Shearsmith, Geoffrey Whitehead), aber ohne den letzten zündenden Funken, der die Geschichte um den tolpatschigen zweiten Hotelmanager (Shearsmith) und die Katastrophen, die sich in seinem Hotel (dem „Riviera“) anbahnen, zum Brennen gebracht hätte. Trotzdem solide Unterhaltung.
  • „The Thick of It“ (2005 — 09, BBC4/BBC2)
    Es ist beinahe ein Wunder, wie Armando Iannucci und seine Leute es geschafft haben, diese Serie ohne ihren Hauptdarsteller nicht nur am Leben zu erhalten, sondern auf gleichem, wenn nicht noch höherem Niveau fortzuführen. Aber Rebecca Front („Alan Partridge“, „Nighty Night“) ist ein adäquater Ersatz für Chris Langham, und Peter Capaldi als cholerischer Spin Doctor, der die Minister der britischen Regierung als Schießhund des Premiers auf Trab hält, ist ohnehin das eigentliche Rückgrat dieser aktualisierten Version von „Yes, Minister“.
  • „Beautiful People“ (2008 — 09, BBC2)
    Erst zwei Folgen dieser ziemlich schwulen Sitcom um zwei Teenager in Reading, die ihre Idee von „Camp“ gegen alle Welt, aber mit Rückhalt ihrer Eltern durchsetzen, habe ich besichtigt — werde mich aber nach der ersten Staffel noch einmal dazu auslassen.
  • „Charlie Brooker’s Screenwipe — Review of the year 2009“
    war so gut wie Charlie Brooker immer ist, und

nicht gesehen

habe ich bislang das „Outnumbered“-oder überhaupt irgendein Weihnachtsspecial. Kommt aber noch.

Charlie Brooker rides again

29. September 2009 2 Kommentare
Charlie Brooker's Gamewipe

Charlie Brooker's Gamewipe

Heute abend beginnt „Charlie Brooker’s Gamewipe“, die logische Fortsetzung seiner medienkritischen Programme „Screenwipe“ und „Newswipe“ auf BBC4. Von höchstem Interesse nicht nur wegen Brookers schwarzem Humor, sondern weil er sich für seine neue Serie Unterstützung u.a. von Graham „Father Ted“ Linehan holt, dessen Affinität zu Nerdtum spätestens seit „The IT Crowd“ bekannt sein sollte, und von Dom Joly, der nach dem fantastisch lustigen „Trigger Happy TV“ leider nie etwas gleich gutes nachlegen konnte.

„Gamewipe“ ist Bestandteil von „Electric Revolution“, einer ganzen Reihe von BBC4-Programmen, die sich mit technischen Entwicklungen der letzten 40 Jahre beschäftigt, und so crazy Ideen wie die von „Electric Dreams“ finde ich immer vielversprechend: Die Sendung setzt eine Durchschnittsfamilie in ein Haus, das nach dem technischen Standard von 1970 eingerichtet ist, und aktualisiert es dann analog zu den technischen Entwicklungen um ein Jahr pro Tag. Die Familie erlebt also im Schnelldurchlauf die Entwicklung von Schwarz-weiß-Konsolen, ersten Heimcomputern, die Erfindung der CD…

Martin Freeman („The Office“) und Alexander Armstrong („Armstrong and Miller“) schließlich werden im Comedy-Drama „Micro Men“ zu sehen sein, das das Rennen um die Dominanz auf dem Markt der Personal Computer in den achtziger Jahren zum Thema hat.

Alle Folgen von Charlie Brookers „Screenwipe“ können hier bei YouTube nachgesehen werden, verlinken werde ich hier mal eine „Best of“-Folge, in der Brooker unter anderem im Detail darlegt, warum es so unfaßbar teuer ist, Fernsehen zu machen. Watch and learn!

https://www.youtube.com/watch?v=bXOPIbb8ZjA&hl=de&fs=1&

1000 ways to use a mobil

10. August 2009 Keine Kommentare

„Breaking Bad“, „Dexter“ und nun „Burn Notice“ (2007 — , USA Network): (Comedy-)Dramas, in denen der Held aus ehrenwerten Gründen Unmoralisches tut, haben offenbar gerade Saison.

In „Burn Notice“ ist es Michael Westen (Jeffrey Donovan), der quasi nebenberuflich Bösewichte jagt, die mit Versicherungen bescheißen und ihre Angestellten dafür hinhängen wollen, Omis um ihr Erspartes bringen oder hilflose Mütter und ihre Töchter bedrohen, die Augenzeugen ihrer Schurkereien geworden sind, und immer sorgt er dabei eher für einen Täter-Opfer-Ausgleich, als die Kriminellen der Polizei zu übergeben.

Hauptberuflich allerdings ist Michael Geheimagent — oder vielmehr: war. Denn er hat, ungünstigerweise mitten in einem Auftrag in Afrika, eine Burn Notice erhalten, quasi die betriebsbedingte Kündigung. Diese bedeutet für Agenten: Sie sind verbrannt, gestrandet ohne Geld und Kontakte, weil ihr Auftraggeber sie vollständig fallen läßt. Sie haben keine Biographie (schlecht für zukünftige legale Jobs). Und sie können, weil sie fortan unter Beobachtung durch die Behörden stehen, sich nicht frei bewegen, sondern sitzen fest, wo sie gerade sind. In Michaels Fall ist das Miami. Dort hat er nur zwei Kontakte, auf die er sich verlassen kann: seine Ex-Freundin Fiona, vormalige IRA-Terroristin, und der Halb-Privatier und ehemalige Spion Sam. Sowie seine Mutter, die ihm gehörig auf die Nerven geht. Zupaß kommen Michael seine Fähigkeiten als Agent: Er kennt alle Taktik-Tricks, und er kann aus handelsüblichen Handys und Baumarkt-Technik praktisch alle basteln: Wanzen, Bewegungsmelder, Wegfahrsperren, Bomben-Fernzündungen, um nur mal eine Handvoll zu nennen. Der staffelüberspannende Story Arc ist klar: Michael muß klären, wer ihn warum verbrannt hat — und wieder ins Geschäft kommen.

„A-Team“ meets „McGyver“ lautet das Prinzip von „Burn Notice“, das streckenweise ganz gut funktioniert: Auf der Haben-Seite stehen trockener Humor, Technik-Sperenzchen vor karibischen Großstadtkulissen, die trotz erkennbar beschränktem Budget hübsch anzusehen sind, und DER B-Movie-Star schlechthin in der Rolle des Sam, nämlich Bruce „Evil Dead“ Campbell.

Dem steht auf der Soll-Seite leider einiges gegenüber: Nämlich z.B. eine Erzählweise, die auch ohne permanentes Voice-over auskommt. Diese ewigen Erklärungen und Kommentare haben mir schon „Arrested Development“ ordentlich verleidet, wenn ich mich recht erinnere. Bei „Burn Notice“ kommen außerdem Einblendungen dazu, die Namen und Funktionen der handelnden Personen erklären — solche Informationen sollten Drehbuch und Regie eigentlich anders zu vermitteln in der Lage sein.

Am Ende des Tages ist „Burn Notice“ dann leider doch arg konventionell gestrickt, „A-Team“ und „McGyver“ dürfen auch bei den Privatdetektiv-Stückchen jeder Episode als Maßstäbe dienen. Und Michael und Fi kommen außerdem leider nicht besonders sympathisch rüber. Da gucke ich doch lieber nochmal beide Staffeln „Breaking Bad“, bevor endlich die dritte anläuft.

Die erste von bisher drei Staffeln „Burn Notice“ soll im Herbst auf Vox ausgestrahlt werden.

Boys who are girls and girls who are boys

Nacht. Außen. Ein Blitz schlägt in ein Umspannwerk. Wenig später stellen Danny (Martin Freeman, „The Office“) und Veronica (Rachael Stirling, die Tochter von Diana „Emma Peel“ Rigg) fest: Sie stecken im Körper des jeweils anderen. Das Problem: Sie kennen sich gar nicht, verlieren sich im Moment aus den Augen — und könnten unterschiedlicher nicht sein: Er Regalbefüller in einem großen Baumarkt mit Tendenz zum Pennerhaften, sie erfolgreiche Modejournalistin mit superreichem Verlobten.

Das ist der Ausgangspunkt für „Boy Meets Girl“ (ITV1, Mai 2009, schon jetzt auf DVD zu haben). Männer in Frauen, ob -körpern oder nur -kleidung — klingt nach einer Menge „lustiger“ „Charleys Tante“-Momente, wahnsinnig komischen Versuchen, in Stöckelschuhen zu gehen und sich zu schminken, nach der Sorte schenkelklopfender Farce also, die in Variationen jederzeit zu sehen ist, wenn man einen türkischen Fernsehsender einschaltet.

So ist „Boy Meets Girls“ allerdings zum Glück nicht gestrickt. Es gibt zwar auch solche Momente, sie sind aber die Ausnahme. Denn die Geschichte von David Allison, der bis jetzt nur durch seine Arbeit für einen Soap-Ableger in Erscheinung getreten, lotet die dunklen Seite des body swaps aus: Niemand glaubt den beiden ihre Geschichte, Danny (in Veronicas Körper) findet zwar dank ihres Handys immerhin heraus, wer er ist, und versucht mit wechselndem Geschick, ihr Leben weiterzuleben, während Veronica (in Dannys Körper) nicht einmal seinen Namen weiß und deshalb zwischen Obdachlosigkeit und Polizeigewahrsam pendelt. Zwischendurch landen beide in der Psychiatrie, Danny macht Veronicas Verlobtem Jay (Paterson Joseph, „Peep Show“) mal mehr, mal weniger absichtlich das Leben zur Hölle und beginnt eine Affäre mit seiner (lesbischen) Baumarkt-Arbeitskollegin, in die er lange von ferne verliebt war. Zum Schluß würde er auf seinen Männerkörper am liebsten ganz verzichten.

Rachael Stirling spielt Martin Freeman hier locker an die Wand: Sie ist beeindruckend gut als „Kerl“ (und hat auch viel mehr screen time als Freeman), was die ganze Serie enorm aufwertet. Und auch die kindskopfgroßen plot holes ein bißchen vergessen macht. Denn es ist doch ein bißchen weit hergeholt, daß es den beiden Protagonisten über Tage und Wochen nicht gelinge sollte, sich zu finden und miteinander Kontakt aufzunehmen (Veronica im Danny-Körper versucht es mehrmals an ihrem alten Arbeitsplatz, scheitert aber an der Security — statt einfach anzurufen). Folgerichtig hat die Serie es auch nur auf vier Episoden gebracht (die allerdings wie bei Comedy-Drama üblich 44 Minuten lang sind). Und das Ende ist tatsächlich recht vorhersehbar. Nur so viel: Eine zweite Staffel ist eher unwahrscheinlich.